Kategorien-Archiv: HR-Management

Gewohnheit – Ein fataler Trugschluss

Der Körper merkt sich, was man ihm antut. Der letzte Haken ist ein Siegel ohne Option.
Der Körper merkt sich, was man ihm antut. Der letzte Haken ist ein Siegel, keine Option.

In meinen Vorträgen erzähle ich immer von einem Bild. Da geht es um die Gewohnheit. Der Körper führt ein Notizbuch – ein Notizbuch der Gewohnheit.
Er nimmt es hin, keinen Schlaf zu erhalten.
Er nimmt es hin, schlechte Nahrung zugeführt zu bekommen.
Er nimmt es hin, seelischen Belastungen ausgesetzt zu werden.
Der Mensch nimmt dies alles als „Gewöhnung“ war, und sagt stolz: “ Mein Körper hat sich daran gewöhnt wenig zu schlafen, ungesund zu essen und unter Stress zu arbeiten!“
Aber der Körper führt dieses Notizbuch.
Für jeden Tag Schlafmangel macht er ein Häkchen in dieses Notizbuch.
Für jeden Bissen schlechter Nahrung macht er ein Häkchen in sein Notizbuch.
Für jeden Tag psychischer Belastung macht er ebenfalls ein Häkchen in sein Notizbuch.
Er notiert sich auch, wann er mit dir darüber gesprochen und dich auf die Missstände und den fehlenden Respekt ihm gegenüber hingewiesen hat. Er tut dies in Form einer Krankheit, eines Leidens oder Angstzuständen. Er tut es auch über Traurigkeit und Depressionen.
In der Regel nehmen wir diese Mitteilungen nicht als solche war, sondern versuchen den Körper mit Medikamenten zum Schweigen zu bringen, anstatt ihm aufmerksam zuzuhören.
Irgendwann jedoch … ist das Notizbuch voll, und der Körper schließt es ein letztes Mal. Dann will er nicht mehr das akzeptieren, was wir ihm zumuten. Wie ein Partner, der so lange versucht hat, die Demütigungen und schlechte Behandlung seines Gegenübers auszuhalten.
Einen neuen Partner zu finden, ist möglich. Ein neuen Körper jedoch …

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Olympia, Liquid Work, Erwartungshaltungen und das Verlieren

The winner takes it all
Keine Verlierer mehr …

Wenn Sie diesen Artikel lesen, ist Olympia 2016 in Rio vielleicht noch im Gange, vielleicht aber auch schon Vergangenheit. Vielleicht haben Sie mit den einzelnen Athleten oder Teams mitgefiebert, vielleicht hat es sie aber auch gar nicht interessiert. Die „Seele“ von Olympia ist das Gewinnen und das Verlieren, so sind wir es gewohnt zu verstehen, und wir erleben es in diesen Tagen täglich, Gewinner und Verlierer auf dem Bildschirm zu sehen. Und wenn Olympia vorbei ist, verschwinden die meisten Namen, die über den Bildschirm geflimmert sind, wieder in der Bedeutungslosigkeit. Was bleibt, sind die großen Namen, die uns dann weiterhin in den nächsten sportlichen Events, in Fernsehshows oder in der Werbung begegnen. Denn das ist der Deal, sie gewinnen im Sport, und verlieren an Privatsphäre. Aber darum soll es hier nicht gehen.

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Liquid Work – Die Arbeit um den Menschen biegen

Nicht wenige Menschen sehen in der strikten Trennung von Beruf und Privat die effektivste Möglichkeit im Kampf gegen die massenhafte arbeitsbedingte Zunahme von Burn-Out, psychosomatischen Erkrankungen und Depressionen. Nur wer es schafft, in der Freizeit Smartphone und Kopf abzuschalten, entgeht dem drohenden Psychoinfarkt.

Ist dies aber tatsächlich so? Oder ist es nicht eher eine Illusion, dies tatsächlich umsetzen zu können? Ist es nicht sogar eher für beide Seiten ein fauler Kompromiss? Unabhängig von der Tatsache, dass permanente Erreichbarkeit längst in die Arbeitsverträge (Legalität hin oder her) Einzug gehalten hat, stellt sich die Frage, ob sich der Kopf ebenfalls mit dem Druck auf den „Off-Knopf“ des Smartphones abschalten lässt. „Kopfkino“ nennt sich diese Dauerschleife, welche nicht wenigen die doch so wertvolle Freizeit (sind wir tatsächlich in der Wahl dieser Zeit frei?) gewaltig verhagelt. Unzählige Bücher füllen die Regale, welche mit allerlei Tipps und guten Ratschlägen den Weg zum „Off-Button“ des Kopfkinos ebnen sollen. Ob, und wie lange es tatsächlich zum Erfolg gereicht, ist fraglich, und muss Jeder für sich beantworten.

Ich stelle eher die Gegenfrage: Warum diese Trennung überhaupt mit Gewalt herbeiführen? Kann es nicht effektiver und gesünder sein, Beruf und Privates gar synergetisch zu verbinden? 

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Warum Stellenbewerber nicht Ihren optimalen Arbeitsplatz selbst beschreiben lassen?

Lassen Sie doch einmal Ihre Bewerber den Arbeitsplatz beschreiben!
Bildquelle: ©Jorma Borg / pixelio.de
Bildbearbeitung: ©Michael Wieden

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Was ist „Liquid Work“?

„Liquid Work bezeichnet die Arbeit bzw. Tätigkeiten, deren Arbeitsform sich immer danach ausrichtet, für einen Arbeitsprozess eine optimale „win-win“ – Situation für alle an diesem Arbeitsprozess beteiligten (z.B. Arbeit-/Auftraggeber, Arbeit-/Auftragnehmer) zu erreichen. Diese „win-win“-Situation bezieht insbesondere die Faktoren „work-live-balance“ und Gesundheit mit ein. „Liquid“ bezeichnet hierbei vor allem den Fakt, dass diese Arbeitsform jeden Tag und zu jeder Zeit hinsichtlich Zeitpunkt, Arbeitsort, Arbeitspensum, Kommunikation/Kommunikationsform und Nichtarbeit (klassisch: Freizeit) anders aussehen bzw. sich verändern kann. „ Michel Wieden

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