Gewohnheit und das Notizbuch deines Körpers

Der Körper merkt sich, was man ihm antut. Der letzte Haken ist ein Siegel ohne Option.
Der Körper merkt sich, was man ihm antut. Der letzte Haken ist ein Siegel, keine Option.

In meinen Vorträgen erzähle ich immer von einem Bild. Da geht es um die Gewohnheit. Der Körper führt ein Notizbuch – ein Notizbuch der Gewohnheit.
Er nimmt es hin, keinen Schlaf zu erhalten.
Er nimmt es hin, schlechte Nahrung zugeführt zu bekommen.
Er nimmt es hin, seelischen Belastungen ausgesetzt zu werden.
Der Mensch nimmt dies alles als „Gewöhnung“ war, und sagt stolz: “ Mein Körper hat sich daran gewöhnt wenig zu schlafen, ungesund zu essen und unter Stress zu arbeiten!“
Aber der Körper führt dieses Notizbuch.
Für jeden Tag Schlafmangel macht er ein Häkchen in dieses Notizbuch.
Für jeden Bissen schlechter Nahrung macht er ein Häkchen in sein Notizbuch.
Für jeden Tag psychischer Belastung macht er ebenfalls ein Häkchen in sein Notizbuch.
Er notiert sich auch, wann er mit dir darüber gesprochen und dich auf die Missstände und den fehlenden Respekt ihm gegenüber hingewiesen hat. Er tut dies in Form einer Krankheit, eines Leidens oder Angstzuständen. Er tut es auch über Traurigkeit und Depressionen.
In der Regel nehmen wir diese Mitteilungen nicht als solche wahr, sondern versuchen den Körper mit Medikamenten zum Schweigen zu bringen, anstatt ihm aufmerksam zuzuhören.
Irgendwann jedoch … ist das Notizbuch voll, und der Körper schließt es ein letztes Mal. Dann will er nicht mehr das akzeptieren, was wir ihm zumuten. Wie ein Partner, der so lange versucht hat, die Demütigungen und schlechte Behandlung seines Gegenübers auszuhalten.
Einen neuen Partner zu finden, ist möglich. Ein neuen Körper jedoch …

Je mehr wir mit unserem Körper kommunizieren, ihm zuhören und ihm versuchen Gutes zu tun, desto länger dauert es, bis das Notizbuch der Gewohnheit voll ist. Niemand würde es akzeptieren, dass ein anderer das mit uns macht, was die meisten ihrem Körper zumuten … weil es ja alle so machen.
Jeder aber hat die Chance sein Leben zu gestalten. Die meisten geben sich jedoch damit zufrieden, gestaltet zu werden. Das gilt sowohl für ihren Geist, als auch für ihren Körper.
Wer ißt, was er hingelegt bekommt, ohne sich über die Folgen Gedanken zu machen, läßt andere den eigenen Körper gestalten.
Wer seinem Körper den Schlaf entzieht, um Erwartungshaltungen anderer zu entsprechen, lässt andere den eigenen Körper gestalten.
Wer aus Angst vor Veränderung die Dinge nicht tut, die er sich sehnlichst wünscht, lässt ebenfalls andere den eigenen Körper gestalten.

Der Körper ist der Spiegel der Seele, und die Seele hat kein Alter. Aber wenn die Seele ein volles Notizbuch sieht, sucht sie sich einen anderen Körper in der Hoffnung, dass dieser ihr ein besseres Zuhause ist.

Michael Wieden

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